Herausgeber:
Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. (BKJR)

in Zusammenarbeit mit:
der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische
Rehabilitation und Prävention e.V. (DGPRP)

Corona-Stopp beendet: Rehakliniken nehmen wieder Kinder und Jugendliche auf

Das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. teilt mit, dass die Rehakliniken unter strengen Hygiene-Auflagen ab Ende Mai und Anfang Juni wieder Kinder und Jugendliche aufnehmen.

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Das Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V. teilt mit, dass die Rehakliniken ab Ende Mai und Anfang Juni wieder Kinder und Jugendliche aufnehmen. Die neuen Aufnahmen erfolgen unter strengen Hygiene-Regelungen, um eine Ansteckung mit Covid-19 bei Patienten und Mitarbeitern zu vermeiden.

Die Coronakrise führte zwei Monate lang zu Einschränkungen der Rehabilitation

Die Corona-Pandemie hat auch die Kinder- und Jugendreha zeitweise zum Erliegen gebracht. Nach den Entscheidungen der Bundesregierung und der Bundesländer Mitte März, Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu ergreifen, empfahl die Deutsche Rentenversicherung den Rehakliniken keine neuen Patienten mehr aufzunehmen. Die Rehakliniken für Kinder und Jugendliche folgten dieser Empfehlung, so dass nach und nach die Kliniken, bis auf medizinisch nicht aufschiebbare Maßnahmen, keine Rehabilitationen mehr durchführten. Die Kliniken erklärten sich auch bereit, ihre Räumlichkeiten und ihr Personal für die Pandemiebekämpfung zur Verfügung zu stellen.

Ab Ende Mai werden wieder Patienten aufgenommen, Anträge können gestellt werden

Mit dem Rückgang der Neuinfektionen in Deutschland und den damit verbundenen Lockerungen der Maßnahmen, wächst der Druck der Familien, die verschobenen oder beantragten Rehamaßnahmen durchzuführen. Auch die Anfragen, ob es überhaupt Sinn macht, Anträge zu stellen, nehmen täglich zu. Die Einschränkungen mit geschlossenen Kinderspielplätzen, Kindertageseinrichtungen und Schulen belasten die Familien zunehmend. Familien mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen sind dadurch besonders betroffen. Bestehende Konflikte um die Einhaltung der medizinischen Maßnahmen verschärfen sich in der häuslichen Enge. Verhaltensstörungen werden noch auffälliger als in normalen Zeiten. Die durch die Krise verschärften Probleme Alleinerziehender oder von Familien, die durch Kurzarbeit oder entstehende Arbeitslosigkeit belastet sind, wirken sich negativ auf die Erkrankungen der Kinder aus. Familien, die ohnehin wenig Ressourcen zur Verfügung haben, sind in Krisenzeiten besonders auf Unterstützung angewiesen. Die Rehakliniken für Kinder und Jugendliche haben deswegen im April entschieden, ihren Betrieb ab Ende Mai und Anfang Juni wieder aufzunehmen.

Hygienekonzept schützt Patienten, Begleitpersonen und Mitarbeiter während der Rehabilitation

Die Deutsche Rentenversicherung Bund und die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Rehabilitation und Prävention e.V. (DGpRP) haben Empfehlungen erarbeitet, unter welchen Bedingungen Rehabilitationsmaßnahmen in den Kliniken wieder durchgeführt werden können. Die Rehakliniken haben auf dieser Grundlage ein auf das jeweilige Haus zugeschnittenes Hygienekonzept entwickelt, um das Infektionsrisiko bei Patienten und Begleitpersonen sowie den Mitarbeitern möglichst klein zu halten. Das Konzept sieht auch rechtzeitige Maßnahmen mit Testungen und Isolierungen vor, sollte es trotzdem zu einem Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 kommen.

Veränderungen der Patientenaufnahme und Durchführung der Rehabilitation während der Corona-Pandemie

Die Kontaktaufnahme und Terminabstimmung mit den Familien erfolgt telefonisch mit ersten Informationen und einer schriftlichen Befragung zur Gesundheits- und Kontaktsituation. Kurz vor dem Aufnahmetag erfolgt eine erneute Kontaktaufnahme. Ist die Gesundheitssituation unklar, wird die Aufnahme auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Kliniken empfehlen den Familien zur Kontaktreduzierung, wenn möglich, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Beim Aufnahmegespräch werden die Hygienemaßnahmen, die Durchführung der Therapien und die Besuchsregelungen besprochen. Die Hygienemaßnahmen und das Abstandsgebot gelten bei allen Angeboten, beim Essen und in der Freizeit. Bis auf die kleinen Kinder gilt eine Maskenpflicht für Mitarbeiter, Patienten und Begleitpersonen. Bei Patienten und Begleitpersonen werden zum Mund-Nasen-Schutz auch sogenannte Alltagsmasken akzeptiert.

Ein Bündnis für die Kinder- und Jugendreha

Der gemeinnützige Verein „Bündnis Kinder- und Jugendreha e.V.“ mit Sitz in Berlin ist ein Zusammenschluss der Rehakliniken für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit den entsprechenden medizinischen Fachgesellschaften und Verbänden. Aufgabe des Vereins ist es, über die Kinder- und Jugendreha zu informieren und die betroffenen Familien sowie die Ärzte und die interessierten Fachleute zu beraten und zu unterstützen.

In den 50 Rehakliniken werden Kinder und Jugendliche mit chronischen und psychosomatischen Erkrankungen für vier bis sechs Wochen therapiert. Bei Kindern bis zum 12. Geburtstag wird eine Begleitperson mitaufgenommen. Die Kosten der Rehabilitation übernehmen die Renten- und Krankenversicherungen.

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