08.12.2018

Chronisch kranke Kinder: Reha hilft beim Verarbeiten

Eine chronische Krankheit, wie z.B. Epilepsie, Diabetes, Rheuma, geht bei Kindern oft mit seelischen Problemen einher. Knapp die Hälfte aller Betroffenen entwickelt im Laufe ihres Lebens ein psychisches Leiden. Eine Reha hilft Kindern und ihren Familien, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

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Oft kurz nach der Diagnose oder wenn die Auswirkungen im (Schul)Alltag deutlich spürbar sind, sind chronisch kranke Kinder gefährdet, zusätzlich psychische Probleme wie z.B. Depressionen, Ängste oder Verhaltensstörungen zu entwickeln. Kinderärzte raten Eltern deshalb, nach eigener umfassender Aufklärung ihr Kind frühzeitig altersgerecht und sorgfältig über seine Krankheit und den möglichen Verlauf zu informieren. Eltern sollten auch aufzeigen, dass sie nicht die einzig Betroffenen sind, dass es viele Kinder gibt, die mit der Krankheit gut leben können.

Ungewissheit und Unkenntnis belasten Kinderseele

Denn entscheidend für die Belastung der Kinderseele ist meist die Ungewissheit, die die Kinder durch die Konfrontation mit ihrer Erkrankung erfahren. Daher gilt es, ihnen vor allem Sicherheit zu vermitteln. Nachrangig ist, wie sich ihre Erkrankung bzw. ihr Handicap äußert. Ob es sich um die Diagnose Epilepsie, Lebensmittelallergie, Asthma oder Rheuma handelt, spielt vorerst eine untergeordnete Rolle.

Reha ermöglicht Austausch und Akzeptanz

Eine Kinder- und Jugendreha kann den Betroffenen und ihren Familien helfen, die Erkrankung besser anzunehmen und damit im Alltag leichter umzugehen. Außerdem treffen chronisch kranke Kinder bei einem stationären Reha-Aufenthalt oft auf Kinder, die die gleiche Diagnose haben und können sich mit diesen austauschen. Eltern sollten daher mit ihrem Kinderarzt frühzeitig über die Möglichkeiten einer Reha für ihr Kind sprechen (nicht zu verwechseln mit einer Mutter-Kind-Kur). Diese kann helfen, psychische Auswirkungen der Erkrankung zu verringern bzw. weitgehend zu verhindern.

Über eine Million chronisch kranke Kinder leben in Deutschland. Am häufigsten sind sie von neurologischen Erkrankungen betroffen.

Quellen: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), dpa, äin-red

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