08.06.2018

Reha hilft Kindern mit ADHS

Vielen Kindern und Jugendlichen mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) hilft eine Rehabilitation, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen - sowohl im Alltag und Familienleben als auch in der Schule.

©www.ChristianSchwier.de/fotolia.com

Der mehrwöchige Aufenthalt in einer Kinder- und Jugend-Rehaklinik kann die Probleme junger ADHS-Patienten sowohl im schulischen als auch im sozialen Bereich nachhaltig günstig beeinflussen. Das Behandlungskonzept von ADHS-Patienten umfasst medizinische, psychotherapeutische und pädagogische Maßnahmen, d.h., es wird mit verschiedenen Ansätzen auf die motorische Unruhe, das impulsive Handeln und die Konzentrationsproblematik der Betroffenen individuell eingegangen. Auch die Möglichkeit einer medikamentösen Einstellung kann überprüft werden. Gegebenenfalls kann auch nach Rücksprache eine Einstellung erfolgen.

Eine Reha bietet – losgelöst vom gewohnten Umfeld – die Chance, individuell abgestimmte Therapien konsequent über einige Wochen anzuwenden. Die Kinder und Jugendlichen erleben einen strukturierten Tagesablauf, erhalten Rückmeldung zu ihrem Verhalten sowie Hilfe beim Entwickeln neuer Handlungsstrategien. So lernen sie, ihr eigenes Verhalten bewusster wahrzunehmen, Impulse besser zu kontrollieren und auch in persönlichen Stresssituationen überlegter zu handeln.

Schulische Leistungsfähigkeit wird gesteigert

Der schulische Bereich kommt in der Reha ebenfalls nicht zu kurz – im Gegenteil. Alle Kinder- und Jugend-Rehakliniken bieten Schulunterricht an, der i.d.R. in enger Absprache mit der Heimatschule erfolgt. Vorteil der Reha-Schule ist, dass hier in kleinen Gruppen auf mögliche Lernschwierigkeiten intensiv eingegangen werden kann. So kann bei ADHS-Patienten die schulische Leistung oft nachhaltig gesteigert werden, weil sie sich dank der neu erlernten Strategien weniger leicht ablenken lassen und ihr durchaus vorhandenes Lernpotenzial besser einbringen können.

Mehr Kinder mit ADHS-Diagnose erhöht auch Reha-Bedarf

ADHS ist laut einem Bericht der AOK die am häufigsten diagnostizierte Störung bei Schulkindern und Jugendlichen bis 17 Jahren. Etwa 4,5% der AOK-versicherten Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren erhielten im Jahr 2015 die ADHS-Diagnose, Jungen wesentlich häufiger als Mädchen. Die Erkennung und Diagnosestellung von ADHS bei den AOK-Versicherten dieser Altersgruppe hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt. Diese Zahlen dürften exemplarisch für anderweitig versicherte Kinder und Jugendliche sein, wobei nicht der ADHS-Anteil selbst zugenommen hat, sondern der Hauptgrund für diese wachsende Zahl ist die bessere Erkennung der Störung. "Diese Zunahme äußert sich wiederum in einem wachsenden Reha-Bedarf. Genau deshalb sind die meisten Kinder- und Jugend-Rehakliniken auch auf die Behandlung dieser Patientengruppe spezialisiert“, meint Alwin Baumann, Sprecher des Bündnisses für Kinder- und Jugendreha e.V.

Hauptkostenträger für eine Kinder- und Jugendrehabilitation ist die deutsche Rentenversicherung. Erster Ansprechpartner für Eltern ist der behandelnde Arzt des Kindes. Hier finden Sie eine Liste der Kinder- und Jugend-Rehakliniken sowie Tipps zur Antragsstellung.

Weitere Information zu ADHS finden Sie auch hier: http://www.adhs.info

äin-red, Bündnis für Kinder- und Jugendreha e.V.

Seite drucken