01.03.2018

Mehr Schulerfolg nach Reha-Aufenthalt

Schüler, die der Schulalltag stark belastet, können von einer Kinder- und Jugendreha profitieren, um wieder den (Schul)Anschluss zu bekommen. Die Reha muss keineswegs in den Ferien stattfinden. Im Gegenteil, für viele betroffene Schüler ist das Loslösen aus dem üblichen Schulumfeld eine Chance.

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Schwere Schulprobleme haben meist vielschichtige Gründe. Betroffene Schüler fühlen sich beispielsweise im Schulalltag überfordert, kommen aufgrund einer langen Krankheitsphase im Lehrplan nicht mit, erleiden zu viele Negativerlebnisse oder werden von ihren Mitschülern ausgegrenzt. Diese Schulangst kann sich wiederum in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder Niedergeschlagenheit äußern. Der Leidensdruck der betroffenen Schüler ist enorm hoch. Sie brauchen unbedingt Unterstützung, um selbstbewusst den Weg zurück in den Schulalltag zu finden und damit eine Basis für das spätere Berufsleben zu haben.

Reha-Schule berücksichtigt individuelle Lernprobleme

Für Kinder und Jugendliche mit großen Schulproblemen bietet ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Kinder- und Jugend-Rehaklinik eine große Chance. Der Schulunterricht ist organisatorisch und pädagogisch in das therapeutische Gesamtkonzept der Reha-Kliniken eingebunden. Die Reha-Maßnahme muss daher nicht in den Ferien stattfinden, es ist sogar oft besser sie während der normalen Schulzeit durchzuführen. Losgelöst von zu Hause und vom üblichen Schulumfeld können die Reha-Patienten so der Schule neu begegnen: In der Reha-Schule kann in kleinen Gruppen auf den Leistungsstand und die individuellen Lernprobleme eingegangen werden. In Kursen können verschiedene Lerntechniken geübt und die Lernmotivation verbessert werden.

Zusammentreffen von Gleichgesinnten fördert Therapieerfolg

Beim Therapieerfolg ist neben dem Team der Reha-Schule auch das Gruppen-Zusammenleben maßgeblich. Denn in der Reha lernen die Schüler Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Problemen kennen, es bildet sich eine neue Gemeinschaft. Da gibt es nicht die allseits angesagten Cliquenanführer oder die Überflieger, die nur gute Noten schreiben. Im Gegenteil, da treffen sich zum Beispiel Schüler, die aufgrund ihres Aussehens oder ihres Übergewichts gemobbt werden, Schüler, die die Beziehungsprobleme ihrer Eltern mittragen müssen, und Schüler, die einen anderen Lernansatz benötigen als er üblicherweise in staatlichen Schulen vermittelt wird.

Dieses konkurrenzfreie Aufeinandertreffen nimmt meist einen enormen Druck von den jungen Patienten, wenn sie sehen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen und Verständnisfragen stellen dürfen, ohne dass sie von den Mitschülern verspottet werden. So können im therapeutischen Gesamtkonzept Schulangst abgebaut, Selbstvertrauen aufgebaut und Lernlücken verringert werden. Auf dieser Grundlage wird am Ende des Reha-Aufenthalts zusammen mit der Schülerin und ihrer Familie bzw. mit dem Schüler und seiner Familie eine erfolgreiche Re-Integration ins Schulleben geplant. In diesem Rahmen kann auch ein Klassen- oder Schulwechsel diskutiert werden.

äin-red

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